Die neuen Features und Optimierungen beim Linux Kernel 4.7

von | Mai 31, 2016 | IT-Infrastruktur |

Das Erscheinungsdatum für den Linux-Kernel 4.7 ist für Ende Juli geplant. Ein Vorabversion wurde bereits am Wochenende veröffentlicht. Wir verraten jetzt schon, was Sie an Neuigkeiten für die Kernel-Version 4.7 erwarten dürfen.

Eine der hervorstechendsten Änderungen ist am VFS (Virtual File System) umgesetzt worden. Dadurch kommt es zur schnelleren Anzeige von Verzeichnisinhalten mit vielen Dateien, durch die Möglichkeit mehr Aufgaben bei der Verzeichnisabfrage parallel auszuführen.

Verbesserte Sicherheit wird durch neues Linux Security Modul (LSM) mit einem ChromeOS Feature erreicht. Ein „LoadPin“ von Kees Cook wird hinzugefügt, der es ermöglicht, das Laden von Modulen und Firmware eines spezifischen Geräts zu erzwingen.

Weiters wurde Support für ACPI 6.1 umgesetzt und der  Cpufreq-Governor Schedutil, der die erst bei Linux 4.6 eingeführte Schnittstelle zu Prozess-Scheduler nutzt, integriert. Der Kernel kann damit entscheiden, ob der Prozessor in einen sparsameren oder schnelleren Betriebszustand geschalten werden soll.

Vor allem im grafischen Bereich erwartet Sie  eine Fülle neuer Funktionen:

  • Unterstützung der neuen Generation von Radeon Grafikprozessoren von AMD (Polaris, werden im Juni vorgestellt)
  • Verbessertes Farbmanagement beim Intel i915-Treiber (mehr dazu finden Sie hier).
  • Besserer Umgang mit den 5K-Displays von Dell
  • Änderungen am Nouveau-Treiber, u.a. kann dadurch der Treiber für Nvidia-GPUs jetzt die GeForce 830M (GPU-Codename: GM108) ansprechen (vor allem für Besitzer von Lenovo-Notebooks interessant).
  • Der VC4-Treiber (für die Grafikkerne der verschiedenen Raspberry-Pi-Modelle zuständig ist), unterstützt jetzt per Display Parallel Interface (DPI) angebundene Bildschirme. Damit wurden auch die ersten Schritte hin zur Unterstützung für Panels mit Display Serial Interface (DSI) gesetzt.

Änderungen am Direct Rendering Manager (DRM) und den darauf aufbauenden Grafiktreibern: So wurden Fünf Treiber für Grafikprozessoren in das DRM-Subsystem integriert, die bei System-on-a-Chip-Bausteinen (SoCs) zum Einsatz kommen. Der für PC-Grafikchips verwendete DRM löst damit mehr und mehr das Subsystem Fbdev ab.

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Textquellen & Links

Mehr Infos zu den bevorstehenden Änderungen finden Sie im Kernel-Log:
git.kernel.org